Die Franzosen haben entschieden
Nicht für Macron, sondern gegen Le Pen
Politisches Panorama
Der Effekt der
Emmanuel Macron an der Spitze
Le Pen verhindern
Marine Le Pen an der Spitze
Jean-Luc Mélenchon, der dritter im Bunde
Éric Zemmour im freien Fall
Der Absturz von Valérie Pécresse
Yannick Jadot ist nicht durchgestartet
Ein ordentliches Ergebnis für Jean Lassalle
Kein Überraschungserfolg für Fabien Roussel
Nicolas Dupont-Aignan auf dem absteigenden Ast
Die Enttäuschung: Anne Hidalgo
Philippe Poutou bei weniger als 1 %
Nathalie Arthaud auch
Internacional
Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Die Franzosen haben entschieden

Emmanuel Macron ist mit knapp 59% der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden. Seine Kontrahentin, die rechtspopulistische Marine Le Pen, kommt wohl auf etwas über 41%. (Das amtliche Endergebnis wird am Mittwoch verkündet.) Erleichterung in Brüssel, aber der Abstand war deutlich geringer als bei der Präsidentschaftswahl 2017.

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Nicht für Macron, sondern gegen Le Pen

Am Eiffelturm in Paris feierte Macron  das Ergebnis mit seinen Anhängern. Aber er ist sich bewusst, dass viele Franzosen ihn nur gewählt haben, um einen Sieg von Le Pen zu verhindern. Ihn erwartet ein kompliziertes politisches Panorama, das bei der ersten Runde der Wahlen deutlich wurde. Hier ein Überblick...

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Politisches Panorama

Angefangen hat die Wahl mit einer ersten Runde am 10. April. Die Kampagne war von der Covid-19-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und dem, was manche als fehlende Debatte empfanden, geprägt. Die Resultate haben die politische Situation in Frankreich deutlich gemacht, zum Beispiel das extrem schlechte Ergebnis der beiden traditionellen Parteien, Republikaner und Sozialisten.

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Der Effekt der "nützlichen Stimme“

Die jüngsten Ereignisse haben dazu geführt, dass viele Wähler eine "nützliche Stimme" für den amtierenden Präsidenten abgegeben haben, um im Sturm nicht den Kapitän zu wechseln. Die Ablehnung, die Staatschef  Macron in einem Teil der Bevölkerung erfährt, hat jedoch auch zu einer "nützlichen Gegenstimme" für seine beiden Hauptkonkurrenten geführt. Das Ergebnis: drei Kandidaten haben über 20% und alle anderen liegen unter 10%.

 

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Emmanuel Macron an der Spitze

Als Kandidat für seine Wiederwahl erreichte Emmanuel Macron im ersten Wahlgang mit 27,6 % der Stimmen den ersten Platz, drei Prozentpunkte mehr als im ersten Wahlgang 2017. Der Staatspräsident, der wegen seiner Nichtteilnahme an den Präsidentschaftsdebatten kritisiert wurde, profitierte in Krisenzeiten von der Legitimität des Amtes.

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Le Pen verhindern

Mehrere seiner Konkurrenten (Valérie Pécresse, Anne Hidalgo, Yannick Jadot, Fabien Roussel) haben dazu aufgerufen, im zweiten Wahlgang für Macron zu stimmen, angesichts der hohen Ergebnisse der extremen Rechten.

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Marine Le Pen an der Spitze

Marine Le Pen, die mit 23,4 % der Stimmen auf den zweiten Platz kam, wird in der zweiten Runde wieder gegen Emmanuel Macron antreten, genau wie in 2017. Auch die Spitzenkandidatin der rechtsextremen Partei 'Rassemblement National' konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Wahl verbessern. Trotz der Konkurrenz durch Eric Zemmour konnte sie den Trend umkehren, indem sie ihre Kampagne auf die Kaufkraft, eine der Hauptsorgen der Franzosen, konzentrierte.

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Jean-Luc Mélenchon, der dritter im Bunde

Jean-Luc Mélenchon, der zum dritten und letzten Mal bei den Präsidentschaftswahlen kandidierte, profitierte trotz der Zersplitterung der Kandidaturen von der 'nützlichen Stimme' der linken Wähler. Mit 22 % der Stimmen verbesserte er auch sein Ergebnis im Vergleich zu vor fünf Jahren. Die Franzosen haben also in diesem Jahr das Spitzentrio gefestigt.

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"Keine Stimme für Madame Le Pen“

Ohne explizit dazu aufzurufen, für Emmanuel Macron zu stimmen, mit dem er tiefe Differenzen hat, erklärte der Spitzenkanditat der linken Partei 'La France insoumise', dass eine Stimmabgabe für die extreme Rechte nicht in Frage komme. "Nicht eine Stimme für Madame Le Pen", wiederholte er mehrfach vor seinen Wählern.

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Éric Zemmour im freien Fall

Nach einem fulminanten Durchbruch in den Umfragen im letzten Herbst ist die Kampagne von Éric Zemmour ins Stocken geraten, insbesondere seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine. Mit nur 7 % der Stimmen rückt sein Projekt 'Union der Rechten' in weite Ferne. Dem Polemiker gelang es nicht, über seine militante Basis hinaus zu überzeugen, und ein Teil seiner potenziellen Wählerschaft wanderte zu Marine Le Pen ab, für die er im zweiten Wahlgang zur Stimmabgabe aufgerufen hatte.

 

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Der Absturz von Valérie Pécresse

Das spektakulärste Wahldebakel betrifft jedoch Valérie Pécresse. Die von einer der beiden großen traditionellen Parteien nominierte Kandidatin der Republikaner, die in den Umfragen ursprünglich bei über 15% lagen, litt unter einem massiven Transfer ihrer Wähler zu Emmanuel Macron. Mit 4,8 % der Stimmen liegt sie sogar unter der Schwelle für die Erstattung der Wahlkampfkosten. Sie rief dazu auf, für Emmanuel Macron zu stimmen, um Marine Le Pen zu schlagen.

 

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Yannick Jadot ist nicht durchgestartet

Trotz des Klimanotstands, der die öffentliche Meinung zunehmend beunruhigt, hat der Umweltkandidat Yannick Jadot keinen bedeutenden Durchbruch erzielt und belegt mit 4,6 % den sechsten Platz. Die 'nützliche Stimme' für Jean-Luc Mélenchon, dessen Programm ebenfalls sehr auf Ökologie ausgerichtet ist, verhinderte, dass die Kandidatur von Jadot richtig Fahrt aufnahm.

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Ein ordentliches Ergebnis für Jean Lassalle

Jean Lassalle, Abgeordneter der Pyrénées-Atlantiques und ein Kandidat ohne eine große politische Bewegung hinter sich, schaffte es dennoch 3 % zu erreichen. Mit mehr als doppelt so vielen Stimmen wie 2017 überholt er mehrere Kandidaten, die als solider galten (Anne Hidalgo, Fabien Roussel, Nicolas Dupont-Aignan).

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Kein Überraschungserfolg für Fabien Roussel

Der kommunistische Kandidat Fabien Roussel, der als eine der Enthüllungen des Wahlkampfs galt, erhielt 2,3 % der Stimmen und war damit besser als die sozialistische Kandidatin. Doch das Gewicht der Kandidatur Mélenchons verhinderte auch bei ihm ein besseres Ergebnis.

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Nicolas Dupont-Aignan auf dem absteigenden Ast

Nicolas Dupont-Aignan, der zum dritten Mal kandidierte, erhielt nur 2,1 % der Wählerstimmen, weniger als die Hälfte seiner Punktzahl von 2017. Seine stark von der Opposition gegen Gesundheitsmaßnahmen geprägte Kampagne und die Konkurrenz von Éric Zemmour und Marine Le Pen haben einen Teil seiner Wählerschaft von ihm abgebracht.

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Die Enttäuschung: Anne Hidalgo

Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris und von der Sozialistischen Partei unterstützt, erzielte mit nur 1,9 % der Stimmen ein historisch schwaches Ergebnis. Offensichtlich gelang es ihr nicht, die Wähler von der Relevanz ihrer Kandidatur zu überzeugen.

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
(17/18)
Philippe Poutou bei weniger als 1 %

Der Kandidat der Neuen Antikapitalistischen Partei, der zum dritten Mal antrat, fiel diesmal unter 1% der Stimmen. Seine Kandidatur hat es nicht geschafft, die Massen zu mobilisieren.

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Macron gewinnt die Präsidentschaftswahl: Frankreich sagt ja zu Europa.
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Nathalie Arthaud auch

Nathalie Arthaud von der trotzkistischen Partei Lutte Ouvrière, die ebenfalls zum dritten Mal kandidierte, wurde mit 0,6 % der Stimmen Schlusslicht. Kein Wunder für eine Partei, die nicht dazu berufen ist, über die Wahlurne an die Macht zu kommen.

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