Corona-Hunde: jetzt landen sie im Tierheim

Überfüllte Tierheime
Verlassen und schwierig
Der Haustier-Boom während der Corona Pandemie
Häufiger Grund: Einsamkeit
Knapp 35 Millionen Haustiere
Erstaunliche Anfragen
Positiver Effekt für den Menschen
Das Problem
Nicht immer ehrlich
Viele sind nicht richtig sozialisiert und erzogen
Schwer vermittelbar
Unbedachte Entscheidungen
Tierliebe oder Egoismus?
Überfüllte Tierheime

Immer mehr Tierheime geben Alarm, weil sie überfüllt sind. Viele ihrer vierbeinigen Bewohner sind Opfer der Corona Pandemie. Angeschafft aus Einsamkeit oder Langeweile will sie jetzt keiner mehr haben.

Verlassen und schwierig

"Die meisten, die in den letzten acht Monaten abgegeben wurden, sind ein Jahr alt und komplett unsozialisiert“, sagte Frederick Guldner, Sprecher des Tierschutzvereins 1924 Saarbrücken und des Bertha-Bruch-Tierheims der Berliner Zeitung. "Sie kennen keine anderen Tiere, wenig Menschen, keine Autos und äußeren Einflüsse. Und wenn eine Tür zuknallt, erschrecken sie schon.“

Der Haustier-Boom während der Corona Pandemie

In den 12 Monaten nach dem Ausbruch der Corona Krise in 2020 stieg die Zahl der Haustiere in Deutschland  um rund eine Million. Das gaben der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZFF) an. Ein echter Rekord.

Häufiger Grund: Einsamkeit

Auf Grund der sozialen Kontaktbeschränkungen während der Corona Pandemie suchten viele Menschen einen Begleiter und kauften oder adoptierten ein Tier.

Knapp 35 Millionen Haustiere

Laut Statista gab es in Deutschland 2020 34,9 Millionen Haustiere, so viele wie nie zuvor. 10,7 Millionen davon waren Hunde.

Erstaunliche Anfragen

Kristina Berchtold arbeitet im Tierheim München. Sie erzählte dem Spiegel in einem Interview mit welchen Anfragen sie während der Pandemie konfrontiert war: "Andere wollten wissen, ob wir Hunde für abends ausleihen, weil Gassigehen von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen war."

Positiver Effekt für den Menschen

"Der positive Effekt von Heimtieren auf den Menschen ist wissenschaftlich erwiesen", so die Psychologie-Professorin Andrea Beetz von der Internationalen Hochschule Erfurt gegenüber der Tagesschau. Die Erklärung dafür ist das Hormon Oxytocin, das beim Streicheln von Tieren erzeugt wird und Angst, Stress und Aggression verringert.

Das Problem

Mittlerweile hat sich die Situation normalisiert. Weniger Homeoffice, dafür mehr Reisemöglichkeiten und kulturelle Angebote, Aktivitäten zu denen man nur selten Hunde mitnehmen kann. Und plötzlich stört das vierbeinige, pflegeintensive Familienmitglied...

Nicht immer ehrlich

"Natürlich geben die wenigsten bei einer Rückgabe zu: Ich kann jetzt wegen des Hundes kein Homeoffice mehr machen und will ihn deshalb wieder loshaben. Es werden andere Gründe genannt. Aber man merkt, dass mehr Tiere abgegeben werden als sonst und das steht sicherlich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie." Diese Ansicht vertrat Tanja Schnabel vom Tierheim Nürnberg gegenüber dem Bayrischen Rundfunk.

Viele sind nicht richtig sozialisiert und erzogen

Die Tierheime stehen bei diesen 'Corona Hunden' oft vor einem zusätzlichen Problem: viele sind nicht richtig sozialisiert und erzogen. Zum Beispiel haben viele nicht gelernt alleine zu bleiben. "Sie machen Dinge in der Wohnung kaputt und können nicht an der Leine laufen" erklärte Andreas Lindig, der Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Rheinland-Pfalz, der Bild.

Schwer vermittelbar

Logisch, dass ein solcher Hund es schwer hat ein neues Herrchen zu finden. Und die Tiere umzuerziehen kostet Geld, das die Tierheime nicht haben.

Unbedachte Entscheidungen

In einem Interview mit dem Spiegel erzählt Sabine Petersen vom Tierheim Kiehl: Da war ein älteres Ehepaar, beide über 70, sie hatten sich einen Neufundländermischling angeschafft. Beide waren gesundheitlich eingeschränkt, und dann – Überraschung – ist der Hund zu stürmisch für sie. Sie haben versichert, dass das Tier auf keinen Fall eine unbedachte Corona-Anschaffung war. Mit diesem Standardsatz fangen die Abgabegespräche leider oft an.

Im Bild: ein andere Neufundländer, der  einen Jungen spazieren fährt.

Tierliebe oder Egoismus?

Ob ein Hund aus Tierliebe oder aus Egoismus angeschafft wird, kann man nicht kontrollieren. Genauso wenig wie die sogenannte 'Gassipflicht', die Pflicht den Kontakt zu Artgenossen zu gewährleistet und vieles andere mehr, was in der neue Tierschutz - Hundeverordnung steht, die seit 1. Januar 2022 gilt.

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