Wie Wasserbüffel andere Tiere vorm Aussterben retten

Kreativer Artenschutz
Wasserbüffel als Architekten von Feuchtgebieten
Wie geht das?
Weiden statt Mähen
Sie stehen selbst auf der Roten Liste bedrohter Arten
Eine Chance für Insekten, Amphibien und Vögel
Und es funktioniert
Ein Erfolg für die Vogelwelt
Neue Biotope durch Wasserbüffel: ein Trend
Kreativer Artenschutz

Wasserbüffel auf europäischen Wiesen. Kein gewöhnlicher Anblick. Aber das könnte sich bald ändern, denn die Tiere werden gerade als ideale Artenschützer entdeckt.

Wasserbüffel als Architekten von Feuchtgebieten

Die Riesen, mit bis zu einer Tonne Gewicht und 1.80m Schulterhöhe, gehören, wie die Rinder, zur Familie der Hornträger und kommen aus Asien. Schon vor etwa 120.000 Jahren lebte diese Art in Mitteleuropa. Dann starb sie hier aus, kehrte aber vor 800 Jahren als Haustier nach Südeuropa zurück. Genau wie die Rinder sind Wasserbüffel Wiederkäuer und Paarhufer. Jetzt halten sie Einzug auf Wiesen und Moorgebieten in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. Ihr Auftrag: Wasserlöcher anlegen und erhalten.

Wie geht das?

Wasserbüffel kühlen sich – im Gegensatz zu Rindern – dadurch ab, dass sie sich zum Suhlen ins Nasse legen. Sprich, wenn der Thermometer über 25 Grad anzeigt, wälzen sich die Tiere am liebsten im Schlamm. So entstehen Wasserlöcher – und werden erhalten. Außerdem lieben die Tiere die für Feuchtgebiete typische Vegetation als Nahrungsmittel und fressen auch Schilf, Brennnesseln oder Disteln. Verhindern also auf diese Weise, dass bestehende Wasserstellen zuwachsen.

Weiden statt Mähen

Der Wasserbüffel zeichnet sich durch seine Genügsamkeit und Robustheit aus und ist damit eine ideale ökologische Mähmaschine. Viele Gebiete in Deutschland, die auf Grund ihrer Vernässung kostenaufwändig gemäht werden mussten, werden heute von Büffeln beweidet. Ein Beispiel: Die Feuchtwiesen des Landschaftsparks Rudow-Altglienicke in Berlin. Hier haben sieben Wasserbüffel alle Mähmaschinen ersetzt.

Sie stehen selbst auf der Roten Liste bedrohter Arten

Wild lebende Wasserbüffel sind so gut wie verschwunden und gelten in der Roten Liste gefährdeter Arten als stark gefährdet. Aber auch die domestizierten Verwandten lieben Feuchtgebiete, Sumpfwälder und dicht bewachsene Flusstäler. Sie brauchen Feuchtigkeit und Schlamm. Und genau das brauchen auch Amphibien und viele Insekten.

Eine Chance für Insekten, Amphibien und Vögel

Offene, kleine Gewässer sind der Lebensraum und die Kinderstube von Wasserinsekten und Amphibien. Ein drittel der Amphibienarten ist vom Aussterben bedroht. Und auch die Insekten werden immer weniger. Konsequenz: Vögel finden keine Nahrung. Ein dramatischer Kreislauf, gegen den die Wasserbüffel willkommene Helfer sind.

Und es funktioniert

Insekten nutzen die entstandenen Tümpel zur Eiablage, und Biologen konnten nachweisen, dass Larven von Amphibien in gut 30 Zentimeter tiefen, mit Wasser gefüllten, Hufspuren der Wasserbüffel sommerliche Trockenperioden überlebten. Und wo es Insekten und Amphibien gibt, können Vögel nicht weit sein.

Ein Erfolg für die Vogelwelt

Bereits nach kurzer Zeit kamen vermehrt verschiedene Vogelarten zur Nahrungssuche auf den abgegrasten Flächen oder an den offenen Schlammflächen. Sogar stark gefährdete Arten wie der Schreiadler oder der Schwarzstorch (im Bild) wurden beobachtet.

Neue Biotope durch Wasserbüffel: ein Trend

Bundesweit grasen mittlerweile mehr als 6000 Tiere in feuchten Niederungen. Am Bodensee, im Unteren Odertal, am Niederrhein, im Spreewald, in der Nähe von Oldenbug, in Wrodow in Mecklenburg Vorpommern oder wenige Kilometer von Flughafen Köln Bonn entfernt. Die Umweltprojekte mit Wasserbüffeln werden immer häufiger.

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