Was hat Monica Lewinsky nach dem Amtsenthebungverfahren Clintons getan?

Monica Lewinksy und die Premiere von “American Crime Story: Impeachment”
Jeder wusste, wer Monica Lewinsky war...
Bill Clinton war 27 Jahre älter als Monica
Clinton leugnete die Affäre
Leugnen, leugnen und abermals leugnen...
„Ich war vielleicht ZU nett zu ihr...“
Clinton überzeugte Monica, eine eidesstattliche Erklärung zu unterschreiben
Die Tripp-Tonbänder
Bald hatte Monica keinerlei Privatsphäre mehr
„...weltweit öffentlich gedemütigt“
Ihre Geschichte wird Monica erzählen
Die Medien behandelten Monica sehr harsch
Endlich eine Chance, ihre Wahrheit zu sagen...
Was hat Monica in all diesen Jahren getan?
Bill Clinton sagte „Entschuldigung“ und alles war gut
Das Leben Monicas würde nie wieder wie früher sein...
Die „andere Frau“ wurde grausam behandelt
Handtaschen, ein Buch, Jenny Craig...
Sie hatte hohe Schulden wegen Anwaltskosten
Ein Neuanfang in New York...
Monica arbeitete schließlich im Fernsehen
Zurück zur Schule in London
Lewinsky wurde Autorin bei Vanity Fair
Eine Aktivistin gegen Mobbing
Eine Ted-Talk-Rednerin
Monica war „Patientin Null“ von Online-Mobbing
Sie hat mit MacKenzie Scott zusammengearbeitet
John Oliver setzte sich für sie ein
'15 Minutes of Shame' soll auf HBO veröffentlicht werden
Eine Chance, ihre Seite der Geschichte zu erzählen
Monica Lewinksy und die Premiere von “American Crime Story: Impeachment”

Es ist mehr als zwanzig Jahre her, dass der Clinton-Skandal ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Wie ist es Monica Lewinsky gelaufen, und was hat sie seit dem erregenden Amtsenthebungsverfahren von 1998 getan? In der Woche der Premiere von 'American Crime Story: Impeachment' auf FX können wir die Schritte dieser unbeabsichtigten Berühmtheit zurückverfolgen.

Jeder wusste, wer Monica Lewinsky war...

Viele geschmacklose Witze wurden über sie gemacht, sie wurde von Late-Night-Shows-Moderatoren verspottet, von den klassischen Medien zerrissen, und sie war ein bekannter Name... aus den falschen Gründen. In den späten 1990er Jahren wusste jeder, wer Monica Lewinsky war, und das alles wegen ihrer Affäre mit Präsident Bill Clinton.

Auf dem Bild: Lewinsky mit Präsident Clinton während ihrer Zeit im Weißen Haus 1997

(Bild: Clinton Presidential Library, öffentlicher Bereich)

Bill Clinton war 27 Jahre älter als Monica

2018 schrieb Monica Lewinsky einen Artikel für Vanity Fair über die Affäre und beschrieb sie kurz und knapp: "Er war mein Chef. Er war der mächtigste Mann auf der Welt. Er war 27 Jahre älter als ich und hatte genug Lebenserfahrung, um es besser zu wissen. Er befand sich damals auf dem Gipfel seiner Karriere, während ich nur meine erste Anstellung nach dem Studium hatte."

(Bild: Time Magazine)

 

Clinton leugnete die Affäre

Es ist gut dokumentiert, dass Präsident Clinton, als die Nachricht von seiner Affäre mit Lewinsky bekannt wurde, diese sowohl öffentlich als auch privat unverzüglich leugnete.

Leugnen, leugnen und abermals leugnen...

Jeder erinnert sich an die berüchtigte Unschuldserklärung auf einer Konferenz im Januar 1998, in der Clinton erklärte: "Ich hatte keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau."

„Ich war vielleicht ZU nett zu ihr...“

In dem Hulu-Dokumentarfilm 'Hillary' spricht Hillary Clinton darüber, wie Clinton ihr nach den ersten Nachrichtenberichten sagte, es sei alles nur eine Verwechslung. "Er sagte: 'Da ist nichts dran, das stimmt nicht, ich war vielleicht zu nett zu ihr und habe ihr vielleicht zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.'"

 

Clinton überzeugte Monica, eine eidesstattliche Erklärung zu unterschreiben

Präsident Bill Clinton sprach daraufhin mit Monica Lewinsky unter vier Augen und überzeugte sie laut Lewinsky, eine eidesstattliche Erklärung zu unterschreiben, in der sie erklärte, dass sie nie eine sexuelle Beziehung zu ihm gehabt habe. Clinton leugnete die Affäre noch im selben Monat bei einer eidesstattlichen Erklärung in einem anderen Rechtsstreit.

(Bild: Helene C. Stikkel - Ursprünglich von US DOD, öffentlicher Bereich)

Die Tripp-Tonbänder

Das weitere ist bekannt: die Lügen Clintons holten ihn bald ein. Im Februar 1998 machten sie Schlagzeilen, als das heimlich aufgezeichnete Geständnis Lewinskys gegenüber seiner Mitarbeiterin Linda Tripp ans Licht kam. Bill Clinton konnte nicht länger leugnen, dass er eine Affäre mit seiner damals 22-jährigen Praktikantin hatte.

(Bild: The Arizona Republic)

Bald hatte Monica keinerlei Privatsphäre mehr

Schon bald erfuhr die Öffentlichkeit alle privaten Details über die Affäre zwischen Monica Lewinsky und Bill Clinton. Von der Zigarre bis zum befleckten blauen Kleid war alles bekannt.

„...weltweit öffentlich gedemütigt“

In einem TED-Talk 2015 sprach Lewinsky über diese Erfahrung: "Über Nacht wurde ich von einer völlig privaten Person zu einem weltweit öffentlich gedemütigten Menschen. Ich war der Patient Null, der fast in einem Augenblick seinen Ruf auf globaler Ebene verlor."

Ihre Geschichte wird Monica erzählen

In einer kommenden Dramaserie, für die sie als Hauptberaterin tätig war, wird Monica endlich die Gelegenheit haben, ihre Version der Dinge darzulegen. 'Impeachment: American Crime Story' von FX wird am 7. September 2021 veröffentlicht.

(Bild: FX)

Die Medien behandelten Monica sehr harsch

Die ausführende Produzentin und Drehbuchautorin Sarah Burgess sagte gegenüber Entertainment Weekly: "Es fühlt sich an, als hätte unsere Gesellschaft 1998 eine zweite Monica Lewinsky erschaffen, die nichts mit der echten Person zu tun hat."

(Bild: Star)

Endlich eine Chance, ihre Wahrheit zu sagen...

Glücklicherweise hat Lewinsky mit den Serienerstellern zusammengearbeitet, so dass das Publikum endlich ihre Seite der Geschichte hören kann. Der ausführende Produzent Ryan Murphy sagte gegenüber The Hollywood Reporter: "Niemand außer dir sollte deine Geschichte erzählen, und es ist irgendwie eklig, wenn sie es tun. Wenn du es mit mir produzieren willst, würde ich das gerne tun, aber du solltest der Produzent sein und das ganze Geld verdienen."

Was hat Monica in all diesen Jahren getan?

Abgesehen von ihrer Aufgabe als Hauptberaterin für 'Impeachment: American Crime Story,' wie geht es der 'echten' Monica Lewinsky heute? Wie ist sie mit den Folgen des Skandals umgegangen?

Bill Clinton sagte „Entschuldigung“ und alles war gut

1999 wurde Präsident Clinton nach seinem Amtsenthebungsverfahren von den Vorwürfen der Justizbehinderung und des Meineids freigesprochen. So konnte er seine Ehe mit Hillary und sein Amt als Präsident trotz des Skandals retten.

Das Leben Monicas würde nie wieder wie früher sein...

Doch der Name Lewinsky war durch den Dreck gezogen worden. Es gab keinen klaren Plan, was eine Frau unter 30 Jahre alt tun sollte, nachdem die ganze Nation über sie gespottet hatte.

Auf dem Bild: Halloween-Masken von Bill Clinton und Monica Lewinsky waren ein Verkaufsschlager

Die „andere Frau“ wurde grausam behandelt

Monica Lewinsky wurde 1998 zu einem Fotoshooting für Vanity Fair gebeten und war von Herb Ritts recht geschmackvoll fotografiert. Aber ihr Auftritt in der Zeitschrift trug nicht dazu bei, ihr Image zu verbessern. Maureen Dowd, eine Redakteurin der New York Times, ging sogar so weit, die Bilder mit denen einer 'Erwachsenen'-Zeitschrift zu vergleichen und wies auf den 'engen Gingham-Roc' und die 'nackten Schultern' der jungen Frau hin. Alle waren schnell bereit, dem Präsidenten zu verzeihen, aber bestimmt nicht 'der anderen Frau.'

Handtaschen, ein Buch, Jenny Craig...

Trotz aller Negativität versuchte Monica Lewinsky, zum bösen Spiel eine gute Miene zu machen. 1999 veröffentlichte sie ein Buch mit dem Titel 'Monica's Story,' brachte eine eigene Handtaschenkollektion in den Markt, und trat sogar als Sprecherin für Jenny Craig, das Unternehmen für Gewichtsabnahme, auf.

Sie hatte hohe Schulden wegen Anwaltskosten

Um Geld zu verdienen, musste Lewinsky alles tun, was sie konnte. Sie erzählte der New York Times in einem Interview, dass sie 2000 aufgrund der Anwaltskosten für den Skandal 1,5 Millionen Dollar Schulden hatte. Also tat sie, was jeder tun würde, und versuchte, ihren Ruhm auszunutzen.

Ein Neuanfang in New York...

Auf der Suche nach mehr Anonymität zog Lewinsky Anfang 2000 von Washington nach New York City. Allerdings stellte sie bald fest, dass sie auch im Big Apple mehr negative Aufmerksamkeit erhielt, als sie es sich wünschte. Die 'New York Post' gab ihr sogar den grausamen Spitznamen 'Der dicke Pfeffertopf.'

Monica arbeitete schließlich im Fernsehen

Trotz allem moderierte Monica 2003 eine Dating-Show namens 'Mr. Personality' und hatte mehrere Fernsehauftritte. Sie wurde auch Korrespondentin für Channel 5 im Vereinigten Königreich, wo sie in der Sendung 'Monica's Postcards' über amerikanische Trends und Kultur berichtete.

(Bild: Screenshot von Mr. Personality)

Zurück zur Schule in London

2005 beschloss sie jedoch, ihrem Leben in den Vereinigten Staaten und dem Rampenlicht zu entfliehen. Sie zog nach London und studierte dort Sozialpsychologie an der London School of Economics. Interessanterweise schrieb Lewinsky ihre Masterarbeit zum Thema: 'Auf der Suche nach dem unparteiischen Geschworenen: Eine Untersuchung des Dritte-Personen-Effekts und der Öffentlichkeitsarbeit vor dem Prozess.'

Lewinsky wurde Autorin bei Vanity Fair

Nach ihrem Abschluss 2006 zog sich Lewinsky so weit wie möglich bis 2014 aus der Öffentlichkeit zurück. Sie kehrte mit einem Essay, den sie in der Zeitschrift Vanity Fair über ihre Erfahrungen mit dem Skandal schrieb, in die Öffentlichkeit zurück. Die Zeitschrift war von ihrer Arbeit so beeindruckt, dass sie beschloss, Lewinsky als Mitarbeiterin zu behalten.

Eine Aktivistin gegen Mobbing

2014 erstellte Lewinsky auch ein öffentliches Twitter-Konto, auf dem sie ihre Ansichten über Politik und ihren Status als 'Anti-Mobbing-Aktivistin' zum Ausdruck brachte.

Eine Ted-Talk-Rednerin

Nach allem, was sie durchgemacht hat, ist es auf keinen Fall eine Überraschung, dass sie ihre Stimme gegen Cybermobbing erhob und Ted Talks sowie Interviews zu diesem Thema gab. Hier ist Lewinsky bei einem Ted Talk im Jahre 2015 zu sehen.

(Bild: jurvetson / flickr)

Monica war „Patientin Null“ von Online-Mobbing

In einem Interview mit CNN bezeichnete sich Monica Lewinsky als 'Patientin Null,' was Cybermobbing betrifft. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, denjenigen zu helfen, die das Gleiche wie sie erlebten, und zu versuchen, dies proaktiv zu verhindern.

(Bild: CNN)

Sie hat mit MacKenzie Scott zusammengearbeitet

Lewinsky hat in den letzten Jahren die meiste Zeit damit verbracht, Reden über die Schäden des Mobbings zu halten, und an der von MacKenzie Scott (ehemals Bezos) gegründeten Anti-Mobbing-Initiative 'Bystander Revolution' mitzuwirken.

(Bild: ABC News)

John Oliver setzte sich für sie ein

Glücklicherweise soll sich die Öffentlichkeit seit den 1990er Jahren weiterentwickelt haben. Nun werden die von Lewinsky erlebten Grausamkeiten erkannt. 2019 trat Monica in der Sendung 'Last Week Tonight with John Oliver' in einer Folge zum Thema "Public Shaming" auf.

John Oliver sprach offen über die ungerechte Behandlung, die Lewinsky erfuhr. Er tadelte sogar andere Komiker wie Jay Leno für die beleidigenden und ekelhaften Witze, die sie über Monica gemacht hatten.

(Bild: Last Week Tonight with John Oliver, YouTube-Standbild)

'15 Minutes of Shame' soll auf HBO veröffentlicht werden

Vor kurzem hat sie nicht nur mit der FX-Serie zusammengearbeitet, in der ihre Geschichte erzählt wird, sondern sie dreht sogar ihre eigene Dokumentation auf HBO. Monica Lewinsky tut sich mit dem Moderator von MTVs 'Catfish' Max Joseph zusammen, um eine HBO Max-Dokumentation mit dem Titel '15 Minutes of Shame' zu drehen.

Eine Chance, ihre Seite der Geschichte zu erzählen

Das Veröffentlichungsdatum wurde noch nicht bekannt gegeben, aber wir werden zweifellos dabei sein, wenn der Film herauskommt. Es ist nur recht und billig, dass Monica die Chance hat, ihre wahre Geschichte zu erzählen, besonders wenn der Clinton-Skandal ihr ganzes Leben geprägt hat.

Lesen Sie auch: Obama, wenig bekannte oder umstrittene Fakten

Más para ti