Vom Schützenverein zur Waffenlobby: Die Geschichte der 'National Rifle Association'

Gegner der Waffenkontrolle
Gegründet von Bürgerkriegsveteranen
So amerikanisch wie der Apfelkuchen
Attentate führten zu ersten Meinungsverschiedenheiten
Kriminelle Banden
Hilfe beim Aufbau einer Waffenkontrolle
Die Ermordung von JFK
Das Waffenkontrollgesetz von 1968
Angst und Sicherheit
Das Blatt wendet sich
Das erste Lobby-Organ
Harlan Carter: der neue starke Mann
Carter übernimmt die Führung
Ronald Reagan und die NRA
Wieder ein Attentatsversuch
Der sogenannte 'Brady-Act'
Columbine
Der Waffenliebhaber Charlton Heston
Eine gut regulierte Miliz?
Die NRA heute
Gegner der Waffenkontrolle

Die National Rifle Association steht im Rampenlicht, weil sie sich gegen die Waffenkontrolle in den Vereinigten Staaten einsetzt. Jede neue Massenerschießung in den Vereinigten Staaten lenkt die Aufmerksamkeit auf die Organisation. Allerdings unterscheidet sich die NRA heute stark von ihren Ursprüngen.

Gegründet von Bürgerkriegsveteranen

Bevor die National Rifle Association zur größten Waffenlobby des Landes wurde, war sie zunächst ein einfacher Schützenverein. Die Interessengruppe wurde 1871 von ehemaligen Unionsveteranen aus dem Bürgerkrieg mit dem Ziel gegründet, "das Schießen mit Gewehren auf wissenschaftlicher Grundlage zu fördern und zu unterstützen".

So amerikanisch wie der Apfelkuchen

Feuerwaffen gehörten im 19. Jahrhundert zum Alltag des Durchschnittsamerikaners, vor allem auf dem Land und im Grenzgebiet.

Attentate führten zu ersten Meinungsverschiedenheiten

NPR berichtet jedoch, dass die Ermordung von Abraham Lincoln (1865), James A. Garfield (1881) und William McKinley (1901) sowie ein Attentat auf Theodore Roosevelt die öffentliche Meinung über Waffen spalteten.

Kriminelle Banden

Das Alkoholverbot fachte die Waffengewalt in den Vereinigten Staaten weiter an, da sich mächtige kriminelle Banden auf den Straßen der Großstädte gegenseitig bekämpften.

Hilfe beim Aufbau einer Waffenkontrolle

Anfangs unterstützte die NRA Gesetze zur Waffenkontrolle. Das Medium 'New Yorker' hebt hervor, dass der Verein Franklin Delano Roosevelt dabei half, zwei der ersten Gesetze zur Waffenkontrolle im Lande auszuarbeiten: Der National Firearms Act von 1934 und der Gun Control Act von 1938.

Die Ermordung von JFK

Die Ermordung John F. Kennedys durch Lee Harvey Oswald mit einem im Versandhandel erworbenen Gewehr, das über die offizielle Zeitschrift der NRA bezogen wurde, löste in der amerikanischen Bevölkerung eine neue Debatte über Schusswaffen aus.

Das Waffenkontrollgesetz von 1968

Nach dem gewaltsamen Tod von Robert Kennedy, Malcolm X und Martin Luther King wurde 1968 das Waffenkontrollgesetz verabschiedet, das noch heute gilt.

Angst und Sicherheit

Steigende Kriminalitätsraten und soziale Spannungen - insbesondere im Zusammenhang mit der Rassenproblematik - führten jedoch in den 60er Jahren zu einem Anstieg des Waffenbesitzes in den Vereinigten Staaten.

Das Blatt wendet sich

Die Dinge änderten sich 1971 grundlegend, als Agenten einer Regierungsbehörde ein NRA-Mitglied töteten, das eine große Anzahl illegaler Waffen versteckt hatte.

Im Bild: Demonstranten vor dem NRA-Hauptquartier im Jahr 1968 nach der Ermordung von Robert Kennedy.

Das erste Lobby-Organ

Die Empörung innerhalb der Organisation führte zur Gründung des Instituts für gesetzgeberische Maßnahmen (Institute for Legislative Action), dem ersten Lobby-Organ der NRA in Washington, D.C.

Harlan Carter: der neue starke Mann

NPR berichtet, dass dies zu einem Machtkampf zwischen der gemäßigteren alten Führung und der extremeren ILA (Institute for Legislative Action) unter der Leitung des texanischen Anwalts Harlan Carter führte.

Im Bild links: Carter in einem Unterausschuss des Senats.

Carter übernimmt die Führung

Carter gelang es schließlich, die Leitung der NRA zu übernehmen und sie von einem Schützenverein zu einer wichtigen politischen Kraft in Washington, D.C. zu machen, die den zweiten Verfassungszusatz, wie wir ihn heute kennen, aggressiv verteidigte.

Bild: NRA Jahrestreffen 2017 in Atlanta mit mehr als 800 Ausstellern.

Ronald Reagan und die NRA

Ronald Reagan war 1980 der erste Präsidentschaftskandidat, der offiziell von der NRA unterstützt wurde. Das Wall Street Journal schrieb, dass der republikanische Politiker im Gegenzug der erste US-Präsident war, der vor der NRA sprach.

Wieder ein Attentatsversuch

Ironischerweise überlebte Reagan selbst einen Attentatsversuch im Jahr 1981, der zu neuen Gesprächen über strengere Waffenkontrollgesetze führte. Reagans Pressesprecher James Brady erlitt eine Wunde, die zu einer körperlichen Behinderung führte.

Der sogenannte 'Brady-Act'

In den 1990er Jahren lehnte die NRA die von der Clinton-Regierung vorangetriebene neue Waffengesetzgebung ab, z. B. die Einführung einer bundesweiten Zuverlässigkeitsüberprüfung (Brady Act) und ein Verbot von Angriffswaffen.

Columbine

Das Massaker von Columbine 1999, die erste große Schießerei an einer Schule in den Vereinigten Staaten, löste eine neue nationale Debatte über die Waffengesetzgebung aus.

Der Waffenliebhaber Charlton Heston

Die NRA, die damals von dem Schauspieler Charlton Heston angeführt wurde, schloss sich mit der Republikanischen Partei zusammen. Das Verbot von Angriffswaffen lief 2004 unter der Bush-Regierung aus und wurde nicht erneuert.

Eine gut regulierte Miliz?

Derzeit hat die NRA etwa 5,5 Millionen Mitglieder in den Vereinigten Staaten und wird von Wayne LaPierre geleitet. Business Insider hebt hervor, dass sie weniger als ein Fünftel der Waffenbesitzer in den Vereinigten Staaten repräsentiert.

Die NRA heute

Die Macht der NRA ist jedoch unbestreitbar. Die BBC berichtet, dass sie im Jahr 2020 250 Millionen US-Dollar ausgegeben hat, mehr als alle Interessengruppen für Waffenkontrolle zusammen. Die Vision von Harlan Carter ist weiter präsent.

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