Sarkozy: wie der Ex-Präsident von Frankreich zu einem Jahr Haft ohne Bewährung kam

Haftstrafe für Nicolas Sarkozy
Finanzielle Höchstgrenze weit überschritten
Unschuldsbeteuerungen erfolglos
Weitere Urteile
Haftstrafe im Hausarrest
Verurteilte Ex-Staatsoberhäupter
Politische Ambitionen
Reaktionen in Frankreich
Zur Urteilsverkündung nicht erschienen
Berufung
Haftstrafe für Nicolas Sarkozy

Im Prozess zu illegalen Wahlkampffinanzierungen ist Ex-Präsident Nicolas Sarkozy Ende September zu einem Jahr Hausarrest mit elektronischer Fußfessel und ohne Bewährung verurteilt worden.

Der ehemalige Präsident Frankreichs wurde vom Gericht in Paris wegen illegaler Wahlkampffinanzierungen im Jahr 2012 für schuldig erklärt. So soll er statt der erlaubten 22,5 Millionen das doppelte für den Wahlkampf ausgegeben haben – rund 40,8 Millionen hatte seine Wahlkampagne gekostet.

Finanzielle Höchstgrenze weit überschritten

Das Gericht in Paris entschied, dass Sarkozy für die Kontrolle der Ausgaben verantwortlich gewesen sei. Er müsse gewusst haben, dass die staatlich gesetzte Höchstgrenze von rund 22 Millionen Euro deutlich überschritten worden ist.

Unschuldsbeteuerungen erfolglos

Das Gericht hat nicht geglaubt, dass das ehemalige Staatsoberhaupt von den illegalen Wahlfinanzierungen nichts gewusst hatte und, dass er nicht betrügen wollte. Seine Unschuldsbeteuerungen sind vom Pariser Gericht nicht akzeptiert worden.

Weitere Urteile

Der Ex-Präsident wurde schon im März dieses Jahres in einem Korruptionsprozess wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme zu drei Jahren Haft verurteilt, davon werden zwei auf Bewährung ausgesetzt.

Haftstrafe im Hausarrest

Nicolas Sarkozy muss seine Haftstrafe nicht im Gefängnis aussetzen, jedoch muss er ein Jahr im Hausarrest verbringen und bekommt eine elektronische Fußfessel.

Verurteilte Ex-Staatsoberhäupter

Es ist das erste Mal in der französischen Geschichte, dass ein Präsident zu einer Haftstrafe verurteilt wird. Sarkozys Vorgänger, Jacques Chirac, wurde 2004 in einem Prozess wegen Veruntreuung und Vertrauensbruch zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Politische Ambitionen

2022 finden die Präsidentschaftswahlen in Frankreich statt. Laut Medienberichten ist eine Teilnahme seitens Sarkozy an den Wahlen nicht vorstellbar, jedoch hat der ehemalige Präsident Frankreichs immer noch die Fäden in der Hand und ist in seiner konservativen Partei sehr einflussreich und wichtiger Ratgeber für neue Anwärter auf politische Ämter.

 

Reaktionen in Frankreich

Die Nachricht über Sarkozys Urteil ist in Frankreich eine Sensation. Zahlreiche Kamerateams und Medien drängten sich am Morgen der Urteilsverkündung durch die anwesende Menschenmenge.

 

Zur Urteilsverkündung nicht erschienen

Nicolas Sarkozy war persönlich nicht zur Urteilsverkündung im Justizpalast erschienen und ließ seinen Anwalt Thierry Herzog die Entscheidung kommentieren.

 

Berufung

Sarkozys Anwalt Thierry Herzog hatte angekündigt, man werde Berufung einlegen. Das jetzige Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig und endgültig. Sarkozy empfinde das Urteil des Pariser Gerichts als sehr hart und fühle sich von den Behörden und von der Justiz verfolgt.

Más para ti