Philipp Lahm boykottiert die WM in Katar und kritisiert die FIFA

Lahm will nicht nach Katar
Kritik an der Vergabe der WM
Das Thema Menschenrechte
Kriterien bei der Auswahl des Gastgeberlandes
Die umstrittenste Weltmeisterschaft der Geschichte
Umfrage zu der WM in Katar
Hauptkritik: mangelnde Menschenrechte
Mindestens 6500 Tote unter den Gastarbeitern
Klare Worte von Amnesty International
Entschädigungszahlungen gefordert
Homos e xualität ist verboten
Lahms Engagement
Frauenrechte
Die WM findet wegen der Hitze im Winter statt
Wie kam es zu der Entscheidung für Katar?
Vorwurf der Korruption
Und was werden die Spieler der Nationalmannschaft machen?
Lahm will nicht nach Katar

"Ich zähle nicht zur Delegation und bin nicht scharf darauf, als Fan hinzufliegen. "Da verfolge ich das Turnier lieber von Zuhause aus." So der Weltmeister von 2014 im Interview mit 'kicker'.

Kritik an der Vergabe der WM

Der frühere Kapitän des FC Bayern München und der Nationalmannschaft sieht die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft an Katar sehr kritisch und hat das auch deutlich gesagt. Eine Kritik, die in Richtung FIFA geht.

Das Thema Menschenrechte

"Menschenrechte sollten bei der Turniervergabe mit die größte Rolle spielen. Wenn ein Land den Zuschlag bekommt, das in dieser Beziehung mit am schlechtesten abschneidet, macht man sich schon Gedanken, nach welchen Kriterien da entschieden wurde", erklärte der Ex-Fußballprofi.

Kriterien bei der Auswahl des Gastgeberlandes

Lahm, der bei der Heim-EM 2024 die Verantwortung als Turnierdirektor übernimmt, sagte weiter, dass auch die Themen Nachhaltigkeit und Größe des Landes "anscheinend keine Rolle" bei der Vergabe gespielt haben.

Die umstrittenste Weltmeisterschaft der Geschichte

Lahm ist nicht alleine mit seinen Ansichten und seiner Kritik an der FIFA. Dass ausgerechnet Katar das Makroevent ausrichtet, hat viel Polemik ausgelöst.

Im Bild: Fifa-Präsident Gianni Infantino hält den Offiziellen Spielball 'Al Rihla' ('die Reise' in arabischer Sprache) für die Fußball WM 2022 in Katar.

Umfrage zu der WM in Katar

Ende Juni hatte sich fast die Hälfte der Deutschen dafür ausgesprochen, dass die deutsche Nationalmannschaft auf eine WM-Teilnahme verzichten solle. Das ging aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Hauptkritik: mangelnde Menschenrechte

Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle von Bauarbeitern in Katar sind die Hauptkritikpunkte. 2021 gab Amnesty International dieses Statement ab: "In Katar werden ArbeitsmigrantInnen weiterhin ausgebeutet – auch jene, die direkt am Projekt 'Weltmeisterschaft' mitarbeiten. Die FIFA muss jetzt handeln! Ein Jahr vor Anpfiff der WM schließt sich das Zeitfenster, in dem noch Veränderungen erreicht werden können."

Im Bild: Arbeiter im Stadium Al-Janoub in Doha, Katar. Foto: Karim Jaafar/AFP via Getty Images

Mindestens 6500 Tote unter den Gastarbeitern

Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung 'Guardian' sind mehr als 6.500 Gastarbeiter, vorwiegend junge Männer, in Katar verstorben, seitdem das Wüstenemirat den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-WM 2022 erhalten hat. Gut möglich, dass es sogar wesentlich mehr sind.

Foto: Karim Jaafar/AFP via Getty Images

Klare Worte von Amnesty International

"Diese Fußballweltmeisterschaft wäre ohne ArbeitsmigrantInnen schlicht nicht möglich. Das Leben vieler ArbeitsmigrantInnen in Katar ist aber weiter von Missbrauch und Ausbeutung geprägt", so Katja Müller-Fahlbusch, Fachreferentin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International Deutschland.

Entschädigungszahlungen gefordert

Amnesty fordert von der FIFA Entschädigungszahlungen in Höhe von 440 Mio. US-Dollar für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen in Katar und deren Angehörige. Um diese Forderung durchzusetzen, brauchen wir die Unterstützung des Deutschen Fußballverbandes (DFB). So steht es auf der Webseite. Außerdem werden die Fußballfans dazu aufgefordert ihre Stimme zu erheben.

Im Bild: CEO Nasser al-Khater in Doha

Homos e xualität ist verboten

In Katar ist Homos e xualität gesetzlich verboten und kann sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Nach den Worten von Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani  (im Bild) werden bei der WM aber alle Gäste willkommen geheißen, solange diese "unsere Kultur respektieren" – unabhängig von ihrer s e x uellen Orientierung.

Lahms Engagement

Sicher ein weiterer Punkt für die Kritik von Lahm. Er hatte sich während seiner aktiven Karriere immer wieder gegen Queerfeindlichkeit engagiert. Dafür erhielt er 2008 den Tolerantia-Preis, mit dem herausragendes Engagement gegen Homosexuellenfeindlichkeit geehrt wird, wie queer.de berichtete.

Frauenrechte

Stellung der Frau in Katar ist weit von der Gleichberechtigung entfernt. Für alle möglichen Aktivitäten müssen Frauen die Erlaubnis eines männlichen Vormunds einholen. Zum Beispiel, wenn sie heiraten oder in einem öffentlichen Job arbeiten wollen. Das berichtet der Deutschlandfunk.

Die WM findet wegen der Hitze im Winter statt

Gespielt wird vom 21. November bis 18. Dezember 2022. Es ist das erste Mal, das eine Fußballweltmeisterschaft im Winter ausgetragen wird. Der Grund: die extreme Hitze im Emirat während der Sommermonate.

Wie kam es zu der Entscheidung für Katar?

Ein Land ohne Fußballtradition, dass nie an einer WM teilgenommen hat und  viel zu heiß ist...  Von Beginn an gab es den Verdacht, dass die WM gekauft worden ist.

Im Bild: das Stadium Al-Janoub in Doha, Katar

 

Vorwurf der Korruption

Den damaligen FIFA President Sepp Blatter (im Bild rechts mit Sheik Mohammed bin Hamad al-Thani 2013 in Doha) hat der Skandal um die WM den Posten gekostet. Der ehemalige Nationalspieler und Uefa-Präsident Michel Platini wurde 2019 in Gewahrsam genommen. Der Vorwurf: "Aktive und passive Korruption“ im Rahmen der WM-Vergabe an Katar. Und auch Frankreichs Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy scheint involviert gewesen zu sein. Wirklich drastische Konsequenzen gab es keine.

 

 

 

 

 

 

Und was werden die Spieler der Nationalmannschaft machen?

Für Philipp Lahm ist es zwingend, dass sich die deutschen Nationalspieler während der WM kritisch zur Veranstaltung äußern. "Als Spieler", sagte er, "kommst du heute da gar nicht mehr drumherum". Ob das stimmt, wird man sehen wenn es los geht.

Im Bild: Philipp Lahm (links) mit Rudi Völler am 5. August 2022 in Frankfurt am Main

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