Neue Covid-19-Welle in Europa: Welche Maßnahmen ergreifen die Staaten?

Soziale und pandemische Eskalation
Explodierende Zahlen und kollabierende Krankenhäuser
Starkes Comeback der Pandemie
Österreich: Lockdown für Ungeimpfte
Leere Straßen in Österreich
Niederlande: Rückkehr des Teil-Lockdowns
Großbritannien: fast völlige Freiheit
Frankreich: Verlängerung des Gesundheitspasses
Schweiz: das Covid-Zertifikat
Deutschland: Übergangsmaßnahmen
Belgien: Covid-Safe-Ticket
Spanien: Mindestmaßnahmen
Portugal: digitales Zertifikat erforderlich
Dänemark: Rückkehr zum Coronapass
Norwegen: Maßnahmen auf kommunaler Ebene
Bulgarien: Impfungen im Rückstand
Polen: Zuschauerbeschränkung
Italien: Reisepass erforderlich
Island: ein Limit von 50 Personen
Rumänien: Ausgangssperre für Ungeimpfte
Soziale und pandemische Eskalation

Ein Teil Europas muss sich nun erneut mit einer neuen Covid-Welle auseinandersetzen. Die Ursache? Der Winter kommt, die Temperaturen sinken und in einigen Ländern sind nicht genügend Menschen geimpft, um als kollektive Barriere zu wirken. Aus diesem Grund wurden allgemeine Lockdowns und Einschränkungen für Ungeimpfte angekündigt, was zu Protesten geführt hat, die vor allem in den Niederlanden (s. Bild) zu gewaltsamen Ausschreitungen geführt haben.

Explodierende Zahlen und kollabierende Krankenhäuser

In Europa ist die Pandemie je nach Land unterschiedlich schnell. Die am wenigsten geimpften Gebiete zeigen einen starken Anstieg der Fallzahlen, mit einer Inzidenz (Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen) von 2.136 in Slowenien und 1.899 in Österreich am 21. November. In mehreren europäischen Ländern (Österreich, Niederlande, Tschechien, Ungarn) hat sich die Inzidenzrate in den letzten Wochen mehr als verdoppelt.

Starkes Comeback der Pandemie

Nach einer Impf-Flaute nimmt die Covid-19-Pandemie auf dem europäischen Kontinent stark zu und zwingt einige Staaten, wieder strengere Gesundheitsmaßnahmen einzuführen. Hier ist ein Überblick über die geltenden Bestimmungen in den verschiedenen europäischen Ländern.

Österreich: Lockdown für Ungeimpfte

Hartes Durchgreifen: Angesichts des Anstiegs neuer Coronafälle verhängt die österreichische Regierung eine Sperrung für ungeimpfte Personen, die ihre Häuser nur zum Einkaufen oder zur medizinischen Versorgung verlassen können. Darüber hinaus ist die Impfung für das Pflegepersonal obligatorisch geworden.

 

Leere Straßen in Österreich

Österreich hat einen Lockdown der gesamten Bevölkerung angeordnet. Der Blick auf die Straßen in Städten wie Wien ist so deprimierend, wie man auf dem Bild sehen kann.

Niederlande: Rückkehr des Teil-Lockdowns

Angesichts einer erheblichen Erholung von der Pandemie führten die Niederlande für einen Zeitraum von drei Wochen wieder einen "Teil-Lockdown" ein: Bars, Restaurants und wichtige Geschäfte müssen um 20 Uhr ihre Türen schließen, nicht wesentliche Geschäfte um 18 Uhr und es wird empfohlen im Homeoffice zu arbeiten. Über diesen Zeitraum hinaus richten sich die Maßnahmen an Ungeimpfte, die bei Vorlage eines negativen Tests keinen Zugang mehr zu öffentlichen Plätzen haben.

Großbritannien: fast völlige Freiheit

Seit dem „Freedom Day“ vom 19. Juli hat Großbritannien fast alle Anti-Covid-Beschränkungen aufgehoben: Öffentliche Plätze sind geöffnet und das Tragen von Masken optional. Schottland hat jedoch einen Impfausweis ausgestellt, der für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen erforderlich ist.

Frankreich: Verlängerung des Gesundheitspasses

In Frankreich wurde der Gesundheitspass (beinhaltet: Impf-, Genesungs- oder Negativtest) für den Zutritt zu bestimmten öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen verlängert. Die Impfung ist für Pflegekräfte und Fachkräfte, die Kontakt mit gefährdeten Gruppen haben, Pflicht. Zudem gilt seit dem 15. November wieder Maskenpflicht an den Schulen.

Schweiz: das Covid-Zertifikat

In der Schweiz wird für den Zugang zu öffentlichen Plätzen weiterhin das Covid-Zertifikat, das dem französischen Gesundheitspass entspricht, benötigt. Auf kantonaler Ebene können lokal strengere Maßnahmen erlassen werden.

Deutschland: Übergangsmaßnahmen

Während auf die neue Regierung gewartet wird, hat Deutschland in den Städten und Landkreisen verschiedenen Maßnahmen eingeleitet, um die steigenden Fallzahlen zu bremsen. In einigen Regionen, insbesondere im Osten des Landes, ist der Zugang zu öffentlichen Plätzen inzwischen auf geimpfte und genesene Personen beschränkt (2G), ausgenommen sind ungeimpfte.

Belgien: Covid-Safe-Ticket

In Belgien ist das „Covid Safe Ticket“, das dem Gesundheitspass entspricht, obligatorisch für den Besuch von Restaurants oder Veranstaltungen mit großem Publikum. Die Regionen können individuell die Gesundheitsmaßnahmen auf lokaler Ebene verschärfen.

Spanien: Mindestmaßnahmen

Nach einem schwierigen Sommer im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Delta-Variante schneidet Spanien dank einer hohen Impfrate nun bei den Fallzahlen gut ab. Das Tragen von Masken bleibt auf nationaler Ebene an geschlossenen öffentlichen Orten obligatorisch, und jede Region hat selber die Möglichkeit, auf zusätzliche eigene Maßnahmen zurückzugreifen.

Portugal: digitales Zertifikat erforderlich

Portugal war in diesem Sommer ebenfalls stark betroffen und hat die Situation inzwischen unter Kontrolle. Der Zugang zu öffentlichen Plätzen und Verkehrsmitteln bleibt von der Vorlage des europäischen digitalen Zertifikats (Impf- oder Genesungsnachweis oder Negativtest) abhängig und in geschlossenen öffentlichen Plätzen besteht Maskenpflicht.

Dänemark: Rückkehr zum Coronapass

Als erster EU-Mitgliedstaat, der die Beschränkungen aufhebt, hat Dänemark am 12. November den Coronapass wieder eingeführt. Dieses Zertifikat ist für den Zugang zu kulturellen oder sozialen Orten erforderlich.

Norwegen: Maßnahmen auf kommunaler Ebene

Nach Aufhebung aller Beschränkungen im September gewährte der norwegische Staat den Gemeinden die Möglichkeit, den Gesundheitspass je nach lokaler Situation zu nutzen.

Bulgarien: Impfungen im Rückstand

Als das Land mit den wenigsten Impfungen in Europa hat Bulgarien Ende Oktober einen Gesundheitspass eingeführt, mit dem man einen Zugang zu öffentlichen Plätzen bekommt.

Polen: Zuschauerbeschränkung

In Polen gibt es an öffentlich zugänglichen Plätzen folgende Regeln: 75 % der Kapazität in Bars, Restaurants und Kulturstätten, maximal 1 Kunde pro 10 Quadratmeter in großen Gewerbegebieten.

Italien: Reisepass erforderlich

Trotz erfolgreicher Impfkampagne hat Italien die Pflicht zur Vorlage eines Gesundheitspasses für öffentliche Plätze, aber auch für den überregionalen Verkehr (Bahn, Bus, Fähre, Inlandsflüge) beibehalten.

Island: ein Limit von 50 Personen

Öffentliche und private Veranstaltungen sind in Island auf 50 Personen begrenzt. Außerdem müssen Bars, Restaurants und Nachtclubs um 23 Uhr ihre Türen schließen.

Rumänien: Ausgangssperre für Ungeimpfte

In Rumänien gilt für Nichtgeimpfte zwischen 22 und 5 Uhr eine Ausgangssperre. Außerdem müssen Geschäfte um 21 Uhr schließen. Neben dem Gesundheitspass gibt es in Bars, Restaurants und Kulturstätten ein Limit an Gästen.

 

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