Die erste Pille, die Corona heilen soll

Die weltweite Pandemie
Schutzimpfungen gegen Corona
Varianten des Virus
Molnupiravir, die Coronapille
Merck & Co.
Verringertes Risiko nach Studie
Molnupiravir vs. Placebo
Aktuelle Studien
Phase-III-Studie Move-Out
Zulassung in Großbritannien
Molnupiravir in der EU
FDA in den USA
Leichte Anwendung des Medikaments
Nebenwirkungen
Remdesivir
Weitere mögliche Coronamedikamente
Die weltweite Pandemie

Im Dezember 2019 wurde in Wuhan, China, erstmals das COVID-19-Virus entdeckt, von wo es sich rasant auf der ganzen Welt ausbreitete und zu einer Pandemie wurde. Über 5,2 Millionen Todesopfer wurden dem Virus zugeschrieben. Nun soll eine Pille den Krankheitsverlauf beeinträchtigen und die Symptome mildern.

Schutzimpfungen gegen Corona

Seit Anfang des Jahres 2020 sind dank der Schutzimpfung gegen das Virus von Pfizer/BioNTech, Moderna und Co. die Infektionsraten stetig gefallen. Umstritten ist die Impfung dennoch, da sich viele Impfgegner aufgrund verschiedener Verschwörungstheorien weigern, sich impfen zu lassen.

Varianten des Virus

Immer wieder entstehen neue Varianten des Virus. Die letzte, Omicron, wurde in Südafrika entdeckt und ist noch ansteckender als viele Varianten zuvor. Zurzeit werden mehrere Maßnahmen in vielen Ländern ergriffen, um diese Mutation zu stoppen.

Molnupiravir, die Coronapille

Die Coronapille Molnupiravir von Merck & Co. soll den Krankheitsverlauf verbessern und die Risiken für einen Krankenhausaufenthalt oder von Todesfällen mindern.  Die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, wird von der Pille verringert und soll so vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Ursprünglich sollte das Medikament ein Grippe-Mittel werden.

Merck & Co.

Merck & Co., auch Merck Sharp & Dohme (MSD) genannt, ist ein US-amerikanisches Pharmaunternehmen mit Sitz in New Jersey; ursprünglich war es ein Tochterunternehmen vom alten deutschen Pharmakonzern E. Merck mit Sitz in Darmstadt. MSD ist einer der größten Arzneimittelhersteller der Welt.

Verringertes Risiko nach Studie

Studien von Oktober 2021 des Konzerns, die auch darauf abzielen, die Sicherheit und Verträglichkeit des Arzneimittels zu ermitteln, konnten eine Wirksamkeit nach Einnahme des Medikaments nicht ins Krankenhaus eingewiesen zu werden oder gar zu sterben von 50 % nachweisen. Das relative Risiko für eine Krankenhauseinweisung oder Tod konnten mit Verabreichung der Pille noch halbiert werden.

Molnupiravir vs. Placebo

Während nur 28 von 385 Patienten (7,3 %), die Molnupiravir bekamen, hospitalisiert wurden oder starben, waren es bei den Patienten, die das Placebo bekommen hatten, 53 von 377 (14,1 %).

Aktuelle Studien

In dieser Phase der Studie wurden nicht hospitalisierte Erwachsene mit leichtem bis mittelschwerem Symptomen und einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf getestet. Verabreicht wurden wieder ein Placebo und das Molnupiravir.

Phase-III-Studie Move-Out

Aus der aktuellen Studie, ging heraus, dass nach Auswertung aller Teilnehmer nun diese Wirksamkeit nur bei 30 % liegt. Die Daten sind immer noch positiv, aber etwas schlechter als die Zwischenergebnisse vom Oktober. Bei der Studie war das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes oder Todes bei 1400 Teilnehmern auf 9,7 % in der Placebo-Gruppe (68/699) und 6,8 Prozent (48/709) in der Molnupiravir-Gruppe. Bei der Placebogruppe gab es neun Todesfälle und einen bei der Gruppe, die Molnupiravir bekamen.

Zulassung in Großbritannien

Großbritannien hat Anfang November als erstes Land das antivirale Präparat zur Behandlung einer Coronainfektion, das dort als Lagevrio vertrieben wird, zugelassen.

Molnupiravir in der EU

Während in Großbritannien für das Medikament schon eine Zulassung vorliegt, prüft die europäische Arzneimittelbehörde EMA den Antrag auf Marktzulassung. Es könnte in wenigen Wochen eine Stellungnahme dazu geben.

FDA in den USA

Eine Expertengruppe der FDA, der US-Arzneimittelbehörde, sprach sich für eine Zulassung des Medikaments aus. Nach stundenlanger Beratung hat sich das Gremium für eine Notfallzulassung ausgesprochen. Die Behörde muss jetzt entscheiden, ob sie eine endgültige Zustimmung dafür erteilt.

Leichte Anwendung des Medikaments

Ein großer Vorteil der Pille ist, dass man sie zu Hause einnehmen kann. Am wirksamsten ist die Anwendung von Molnupiravir am Anfang der Infektion. Die MHRA empfiehlt daher die Einnahme des Medikaments, sobald ein positiver COVID-19-Test vorliegt und innerhalb von 5 Tagen nach Auftreten der ersten Symptome. Die Dosis beträgt 800 mg; das sind vier Kapseln à 200 mg.

Nebenwirkungen

Starke Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. Es könnten einige Nebenwirkungen, wie Durchfall, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten, die aber nur in geringem Maße bis jetzt vorgekommen sind. Die Kapseln kann man ohne oder mit Mahlzeiten einnehmen.

Remdesivir

Das einzige antivirale Medikament, was in der EU seit Juli 2020 zugelassen wird, ist Remdesivir (Handelsname Veklury). Das Mittel des US-Konzerns Gilead wird aber nur bei bestimmten und schwer erkrankten Coronapatienten intravenös verabreicht.

Weitere mögliche Coronamedikamente

Neben Molnupiravir  werden zurzeit von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA sieben weitere Mittel geprüft, die bei einer Coronainfektion angewendet werden können. So liegen zum Beispiel Anträge auf Zulassung vom Schweizer Pharmaunternehmen Roche und vom US-amerika­ni­schen Hersteller Regeneron vor. Es bleibt also nichts anderes übrig, als auf die Resultate zu warten.

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