Die Welt zittert: gibt es mehr vulkanische und seismische Aktivität als üblich?

Befindet sich das Erdinnere in einer Zeit intensiver Aktivität?
22. September: Erdbeben in Melbourne
22. September: Ätna-Ausbruch
24. September: Volcán de Fuego (Guatemala)
26. September: Erdbeben auf Kreta
Und La Palma: eine kontinuierliche Eruption
Kein direkter Zusammenhang
Und dennoch...
Domino-Effekt
Eine globale tektonische Verschiebung
Die Medienagenda kann irreführende Eindrücke vermitteln
Hängen Eruptionen und Erdbeben mit dem Klimawandel zusammen?
1.500 aktive Vulkane
 Die meisten befinden sich im Feuerring
 Das Leben unter der Erde bleibt unverändert
Die Natur ist stärker
Befindet sich das Erdinnere in einer Zeit intensiver Aktivität?

Der Vulkanausbruch auf der spanischen Insel La Palma war nur der Anfang. Nach und nach sind ähnliche Phänomene in diesem September überall auf der Welt aufgetreten. Schauen wir uns an, was geschehen ist.

22. September: Erdbeben in Melbourne

Die australische Stadt Melbourne wurde von einem Erdbeben der Stärke 5,9 auf der Richterskala erschüttert. Dies ist sehr ungewöhnlich in einem Gebiet ohne vorherige seismische Aktivität. Es gab keine Verletzten, aber es entstand Sachschäden.

22. September: Ätna-Ausbruch

Zeitgleich mit dieser seismischen Bewegung in Australien spuckte der Ätna erneut Feuer. Tatsächlich ist dieser Vulkan auf der italienischen Insel Sizilien seit Monaten ununterbrochen aktiv, aber mit enormer Kraft.

24. September: Volcán de Fuego (Guatemala)

Der gefürchtete Volcán de Fuego in Guatemala (der 2018 Hunderte von Menschen ums Leben brachte und eine ganze Bevölkerung unter sich begrub) ist erneut ausgebrochen. Aber es dauerte nur ein paar Stunden. Dann war es wieder ruhig.

26. September: Erdbeben auf Kreta

Auf der griechischen Insel Kreta hat ein Erdbeben der Stärke 6 auf der Richterskala stattgefunden. Dutzende von Menschen wurden verletzt, einer starb.

Und La Palma: eine kontinuierliche Eruption

Und die Eruption auf der Insel La Palma hört nicht auf, mit Unterbrechungen und Wiederaufnahme der Vulkanaktivität. Hunderte von Menschen fliehen verzweifelt vor der Lava und dem Rauch. Stehen all diese seismischen und vulkanologischen Ereignisse in Zusammenhang? Was halten die Experten davon?

Kein direkter Zusammenhang

Im Prinzip gehört jeder Vulkan und jedes Gebiet auf der Erde zu einer bestimmten Zone (in Bezug auf seismische und vulkanische Aktivität). Und eine Beziehung kann es nur zwischen zwei Punkten in derselben Zone geben. Nach Ansicht von Vulkanologen gehören zum Beispiel der Ätna (auf dem Bild) und der Cumbre Vieja (der Vulkan auf La Palma) nicht demselben Gebiet und ihre Ausbrüche sind daher nicht miteinander verbunden.

Und dennoch...

Einigen Experten zufolge könnte der Vulkanausbruch auf La Palma den schlafenden Vulkan Teide auf Teneriffa aktivieren. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses bleibt dennoch sehr gering.

Bild: Marek Piwnicki / Unsplash

Domino-Effekt

Vulkanologen sehen keine gestrichelte Linie, die Erdbeben in Australien oder Kreta mit Vulkanausbrüchen in Lateinamerika oder auf einer Atlantikinsel wie La Palma verbinden würde. Mit einem solchen Dominoeffekt stünden wir vor einem echten Problem...

Bild: ActionVance / Unsplash

Eine globale tektonische Verschiebung

Nur eine merkwürdige tektonische Bewegung, die alle Platten unter der Erdkruste miteinander in Kontakt bringt, könnte einen solchen Dominoeffekt mit seriellen Eruptionen und Erdbeben verursachen. Ein Science-Fiction-Szenario zum jetzigen Zeitpunkt.

Bild: Sander Crombach / Unsplash

Die Medienagenda kann irreführende Eindrücke vermitteln

Tatsächlich gab es wahrscheinlich schon Zeiten der intensiven vulkanischen oder seismischen Aktivität. Aber die Medien hatten diese vereinzelten Phänomene nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.

Bild: Bank Phrom / Unsplash

Hängen Eruptionen und Erdbeben mit dem Klimawandel zusammen?

Diese Frage ist auch häufig gestellt: Hat die Klimakrise Auswirkungen auf das, was sich unter der Erdkruste befindet? Nicht ganz. Es ist gewagt (aber gar nicht wissenschaftlich) zu behaupten, dass Dürren oder sintflutartige Regenfälle mehr Erdbeben verursachen. Aber es stimmt, dass die Folgen von Erdbeben durch die Verschlechterung der Ökosysteme schwerwiegender werden.

Bild: Guillaume de Germain / Unsplash

1.500 aktive Vulkane

Schätzungsweise sind 1.500 Vulkane auf der Welt aktiv. 23 von ihnen sind im September ausgebrochen: zu viel oder zu wenig?

Bild: Marc Szeglat / Unsplash

Die meisten befinden sich im Feuerring

Dies ist keine extreme vulkanische Aktivität, sondern kommt dem Normalwert ziemlich nahe (obwohl die jährliche Zahl oft stark schwankt und ohne klares Muster steigt und fällt). Die meisten der derzeit aktiven Vulkane befinden sich im sogenannten Pazifischen Feuerring, der die Küsten Amerikas und Ozeaniens umfasst. Auf dem Bild: der Vulkan Villarrica in Chile.

Bild: William Justen de Vasconcellos / Unsplash

Das Leben unter der Erde bleibt unverändert

Das Leben im Erdinneren wird also wahrscheinlich unverändert bleiben, und es ist nur ein Zufall, dass seismische und vulkanische Phänomene seriell auftreten.

Bild: Carlos Cantero / Unsplash

Die Natur ist stärker

Diese Naturphänomene machen sehr deutlich, dass die Natur manchmal sogar stärker ist als der Mensch. Und dass es sich lohnt, darauf zu achten.

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