Die Länder, die Impfpflicht gegen Covid-19 durchgesetzt haben

Italien eröffnet die Debatte über Impfpflicht
Die italienische Regierung erwägt die Einführung einer Impfpflicht
Tadschikistan: Impfpflicht für alle Erwachsenen
Auch Turkmenistan
Und der Vatikan
Der Covid-Pass
Ein Pass, um bestimmte Orte zu betreten
Impfpflicht für bestimmte Personengruppen
Impfpflichtige Unternehmen
Facebook, BlackRock, United Airlines...
Homeoffice oder Impfung
Rechtsprobleme
Fast Impfpflicht
Impfung wird in China nicht umstritten
Die Delta-Variante drängt auf Impfpflicht
Freiheit oder Gemeinwohl?
Italien eröffnet die Debatte über Impfpflicht

Obwohl die Pandemie abnimmt, kommt es auch bei Massenimpfungen weiterhin zu neuen Wellen von Covid-19-Infektionen. Die Delta-Variante erfordert nach Meinung der Experten eine sehr hohe Impfquote, um die Virusübertragung zu verhindern. In diesem Zusammenhang ist Italien die erste demokratische Nation, die die Möglichkeit einer Impfpflicht offen anspricht.

Die italienische Regierung erwägt die Einführung einer Impfpflicht

Sowohl Italiens Regierungschef Mario Draghi als auch Gesundheitsminister Roberto Speranza haben sich für eine Impfpflicht ausgesprochen. Die politische Debatte über dieses Thema hat innerhalb der Europäischen Union begonnen. Vorerst ist die Impfung nur in drei Ländern der Welt obligatorisch.

Tadschikistan: Impfpflicht für alle Erwachsenen

Das erste ist Tadschikistan, eine ehemalige Sowjetrepublik, in der alle über 18-Jährigen geimpft werden müssen.

Auch Turkmenistan

In diesem Land gibt es kaum Covid-19-Fälle. Turkmenistan will sich aber vor Ansteckung schützen, indem es die Impfung für die Erwachsenen zur Pflicht macht.

Und der Vatikan

Im Vatikan ist die Impfung gegen Covid-19 ebenfalls Pflicht. Und damit endet die kurze Liste der Länder, in denen die Impfung für ihre Bürger obligatorisch ist. Aber in vielen anderen kann man ohne Impfung zahlreiche Aktivitäten nicht ausüben.

Der Covid-Pass

Zunächst einmal ist das Reisen innerhalb der Europäischen Union und anderer Länder der Welt ohne einen sogenannten „Covid-Pass“ kompliziert. Für die Einreise in einige Reiseziele ist je nach der epidemischen Lage (wie hoch die Covid-Inzidenz ist) eine Impfbescheinigung erforderlich. Ein PCR-Test, der einige Stunden zuvor durchgeführt wurde, ist ebenfalls gültig.

Ein Pass, um bestimmte Orte zu betreten

Und es gibt nicht nur den Reisepass, der als sicheres Mittel zur Einreise in ein Land dient. Frankreich ist das beste Beispiel für Beschränkungen für Ungeimpfte: Museen, Kinos, Restaurants und andere öffentliche Einrichtungen erfordern eine Impfung (oder, wieder, einen sehr aktuellen PCR-Test). Andere Länder haben ähnliche Beschränkungen durchgesetzt.

Bild: Andrea García / Unsplash

Impfpflicht für bestimmte Personengruppen

Viele Länder (wie Frankreich, Großbritanien, Russland oder Griechenland) haben die Impfung für Beschäftigte im Gesundheitswesen und in Altenheimen vorgeschrieben. In einigen dieser Länder wird jetzt darüber diskutiert, wie mit Impfverweigerern innerhalb dieser Gruppen zu verfahren ist. Es werden sogar Sanktionen oder Entlassungen erwogen.

Impfpflichtige Unternehmen

Ein weiterer interessanter Weg zur Einführung einer (rein kapitalistischen) Impfpflicht ist der Fall, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter zur Impfung zwingen. In einigen Ländern führt dies jedoch zu Rechtsproblemen. In den Vereinigten Staaten gibt es bereits zahlreiche Beispiele dafür.

Facebook, BlackRock, United Airlines...

Die Liste der Firmen, die (auf die eine oder andere Weise) von ihren Angestellten verlangen, sich impfen zu lassen, ist in den Vereinigten Staaten sehr lang. Dazu gehören unter anderen Facebook, BlackRock, United Airlines, Ford, Google, Goldman Sachs... Der Grund dafür ist nicht nur gesundheitlich: tatsächlich würde ein Ausbruch der Krankheit die vollständige oder teilweise Einstellung der Tätigkeit und somit massive finanzielle Verluste verursachen.

Homeoffice oder Impfung

In einigen Fällen erhalten die ungeimpften Arbeitnehmer die Möglichkeit zur Telearbeit. Sie dürfen jedoch nicht in den Betrieb gehen oder sich mit Kollegen treffen. Andere Unternehmen wollen aber auch, dass ihr gesamtes Personal geimpft wird, weil ihre Mitarbeiter in der Öffentlichkeit arbeiten.

Rechtsprobleme

Es bleibt abzuwarten, ob eine solche Impfpflicht rechtlich unproblematisch ist. Wenn eine private Einrichtung und nicht der Staat die Impfung vorschreibt, könnte dies als Missbrauch und sogar als Diskriminierung ausgelegt werden.

Fast Impfpflicht

Tatsächlich wappnet sich die Welt auf die eine oder andere Weise gegen Covid und sucht nach Wegen, um sicherzustellen, dass die gesamte Bevölkerung geimpft ist: In Saudi-Arabien zum Beispiel dürfen nur die Geimpften ein offizielles Gebäude (einschließlich Schulen) betreten, so dass die Impfpflicht „de facto“ besteht, es sei denn, man führt ein Einsiedlerleben.

Impfung wird in China nicht umstritten

In weiteren Ländern wird die Impfung gar nicht bestritten: in China, und zwar dem ursprünglichen Epizentrum der weltweiten Pandemie, ist die Bevölkerung glasklar verpflichtet, sich impfen zu lassen, damit sich die dystopische Tragödie, die wir erlebt haben, nicht wiederholt.

Die Delta-Variante drängt auf Impfpflicht

Die Art, wie die explosiv ansteckende Delta-Variante neue Pandemiewellen auf der ganzen Welt ausgelöst hat, hat viele Regierungen dazu veranlasst, eine Impfpflicht zu erwägen, um die gewünschte „Herdenimmunität“ zu erreichen. Dazu müssten Schätzungen zufolge bereits 90% der Bevölkerung geimpft werden.

Freiheit oder Gemeinwohl?

Und die ethische Debatte über die Frage, ob die Freiheit der Impfverweigerer respektiert werden sollte, auch wenn dies die öffentliche Gesundheit gefährdet, wird neu eröffnet. Vorläufig siegt die Verteidigung des Gemeinwohls über den Individualismus.

Bild: Dylan Hunter / Unsplash

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