Colin Powell ist tot, der Ex-Außenminister mit dem George W. Bush in den Irakkrieg zog

Der Kampf um Irak
Todesursache Covid-19
In Harlem geboren
Kriegsveterane
Ein konservativer Afroamerikaner
George W. Bush hat ihn beauftrag, um die Welt davon zu überzeugen, in den Irak einzumarschieren
Eine Taube unter Falken
Powell in der UNO
Er ging nicht überzeugt in den Krieg
Das Ende seiner politischen Laufbahn
Vom Republikaner zum Demokraten
Unterstützung für Obama
Unterstützung für Biden
Trump beleidigte ihn (logischerweise)
Ein Schandfleck in seinem Lebenslauf
Die Familie von Colin Powell
Abschied einer historischen Ikone
Der Kampf um Irak

Colin Powell erlangte 2003 weltweite Bekanntheit, als er im UN-Sicherheitsrat mit fragwürdigen Beweisen über Massenvernichtungswaffen im Irak sprach. Der Soldat und damaligen Außenminister der Regierung um George W. Bush lag seine Argumente dar, um den Irakkrieg zu rechtfertigen. Diese waren nicht überzeugend, der Krieg fand trotzdem statt. Am 18. Oktober verstarb Colin Powell in einem Krankenhaus in Washington.

 

 

Todesursache Covid-19

Colin Powell erkrankte an Corona, und sein ohnehin schon schwacher Gesundheitszustand mit 84 Jahren verschlechterte sich so rapide, dass er kurze Zeit später an den Folgen verstarb.

 

 

In Harlem geboren

Colin Powell ist 1937 im Stadtteil Harlem von New York geboren und verbrachte seine Kindheit in der Bronx. Er hat jamaikanische und schottische Wurzeln und wuchs wie viele Afroamerikaner, in bescheidenen Verhältnissen auf. Ein Ausweg aus dieser Situation sah er beim Militär und stieg so bis an die Spitze auf.

 

Kriegsveterane

Er wurde befördert und nahm im Rang eines Captains am Vietnamkrieg teil. Dort gewann er das Purple Heart mit dem Helden ausgezeichnet werden. Anschließend erhielt er ein Stipendium der Richard-Nixon-Administration, um im Weißen Haus zu arbeiten und erklomm Stück für Stück die Leiter des Erfolgs.

 

Ein konservativer Afroamerikaner

Für gewöhnlich waren Afroamerikaner in den 1980er Jahren (und auch heute) im politisch progressiv und wählten die Demokratische Partei. Aber Colin Powell war immer konservativ und arbeitete später auch eng mit Ronald Reagan zusammen. Auf dem Bild Colin ist Powell in Panama, einem Land, das von den Vereinigten Staaten überfallen wurde, um Manuel Antonio Noriega (den Präsidenten dieser kleinen Nation) abzusetzen.

 

 

George W. Bush hat ihn beauftrag, um die Welt davon zu überzeugen, in den Irak einzumarschieren

Es war George W. Bush, der ihn zum Außenminister ernannte, und der entschied, dass Colin Powell mit seiner gemäßigten Rhetorik die Welt davon überzeugen würde, dass es gerecht und notwendig sei, in den Irak einzumarschieren und Saddam Hussein zu Fall zu bringen. Das Problem ist, dass als Hauptargument Massenvernichtungswaffen angeführt wurden, die im Irak nie gefunden wurden.


 

 

Eine Taube unter Falken

Obwohl er der Mann war, der die Kriegsargumente in der UNO vortrug, hielt ihn die US-Presse immer für eine "Taube" (ein Mann, der gewalttätige Lösungen vermeidet), während andere wie Vizepräsident Dick Cheney (im Bild rechts von Powell) die "Falken" der Bush-Regierung seien.

 

 

Powell in der UNO

Colin Powells Vortrag bei der UNO mit Fotografien und Grafiken, die als Beweis für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak gelten sollten und die manchmal unverständlich waren, wird in die Geschichte eingehen. Colin Powell blieb stets auf Pressekonferenzen bei seiner Argumentation, aber viele Analysten hatten immer den Eindruck, dass er selbst nicht wirklich daran geglaubt hatte.

 

Er ging nicht überzeugt in den Krieg

Verschiedene Zeugenaussagen und Chroniken haben versichert, dass Colin Powell nicht überzeugt war, dass der Weg, mit dem Irak zu verhandeln, der richtige war. Aber er war Soldat und glaubte, dass es seine Pflicht sei, zur Invasion beizutragen. Und das tat er. Offiziell fand der Irakkrieg zwischen 2003 und 2011 statt, doch es herrschen bis heute noch Instabilität und Gewalt.

 

Das Ende seiner politischen Laufbahn

Der Irakkrieg war das Ende von Colin Powells politischer Karriere. Das Nichtvorhandensein von Massenvernichtungswaffen befleckte lediglich für die einen seinen Ruf. Für die sehr Konservativen hatte er jedoch nie genug Rückgrat gehabt, als es darum ging, den 11. September zu rächen.

 

Vom Republikaner zum Demokraten

Er hielt sich für einen überzeugten Republikaner, aber nach und nach näherte er sich der Demokratischen Partei.

 

Unterstützung für Obama

2008 unterstütze er Obama als Treueakt für die afroamerikanische Gemeinschaft, die er angehörte. Ein afroamerikanischer Präsident war das, was Colin Powell für die USA als fair hielt.

 

Unterstützung für Biden

Dann unterstützte er Joe Biden. Colin Powell konnte Trumps Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Radikalität nicht in Kauf nehmen. Er kannte Joe Biden als politischen Veteranen, der tausend Schlachten gekämpft hatte.


 

Trump beleidigte ihn (logischerweise)

Trump hat nicht lange auf seine abwertende Meinung über Colin Powell warten lassen, er sei "überbewertet". Er erinnerte ihn auf Twitter in großen Großbuchstaben daran, dass er die USA mit falschen Beweisen in einen Krieg versetzt habe.


 

 

Ein Schandfleck in seinem Lebenslauf

Der Irakkrieg war in seinem Lebenslauf immer ein Schandfleck gewesen. Er war galant genug, seine Schuld nicht vollends auf andere abzuwälzen, aber am Ende gestand er jedoch der Presse, dass George W. Bushs Umfeld ihn mit den angeblichen Beweisen für Massenvernichtungswaffen getäuscht habe.

 

Die Familie von Colin Powell

Colin Powell heiratete Alma Vivian Johnson und bekam Sohn Michael und zwei Töchter: Linda (s. Bild) und Anne.

 

Abschied einer historischen Ikone

Mit Colin Powell geht eine widersprüchliche Ikone. Er war der Mann, der die Vereinigten Staaten in einen nicht geradezu heroischen Krieg führte, aber gleichzeitig nahm man wahr, dass er davon überzeugt war, dass die Welt sich in ihm geirrt hatte.

 

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