Baut China eine neue Militärbasis im Südpazifik?

Sorgen in DC, Canberra und Tokio
Alles dreht sich um den Standort, den Standort, den Standort
Nur mal kurz reinschauen
Wachsende Besorgnis
Australien zieht einen Schlussstrich
Veränderungen in Canberra
Treffen mit Albanese
Die NATO Asiens
Ein neuer asiatisch-pazifischer Wirtschaftsblock
Wiederherstellung der Beziehungen
Die Taiwan-Frage
Eine salomonische Entscheidung
China weist Ansprüche zurück
Durchgesickerte Dokumente
Gürtel und Straße
Die Möglichkeit einer Insel
US-Basen auf der ganzen Welt
Zwischen zwei Giganten
Sorgen in DC, Canberra und Tokio

Anfang April 2022 unterzeichneten die Volksrepublik China und die Salomonen einen Sicherheitspakt, der in Washington D.C., Canberra und Tokio große Besorgnis hervorrief. Doch wie berechtigt sind diese Sorgen?

Alles dreht sich um den Standort, den Standort, den Standort

Die Salomonen liegen im Südpazifik, 2.000 km von der Küste Australiens und 5.600 km von Hawaii entfernt. Sie sind ein guter strategischer Punkt für die Ausdehnung über Ozeanien und Asien.

Nur mal kurz reinschauen

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Eine US-Delegation besuchte den Premierminister der Salomonen, um ihre Besorgnis über die Ausweitung der chinesischen Präsenz im Pazifik zu äußern.

Wachsende Besorgnis

"Wir respektieren die Souveränität der Salomonen", sagte US-Botschafter Daniel Kritenbrink (Foto) dem Guardian, "aber wenn Schritte unternommen würden, um de facto eine ständige Militärpräsenz, Fähigkeiten zur Machtprojektion oder eine Militäreinrichtung einzurichten, dann hätten wir erhebliche Bedenken, und wir würden natürlich auf diese Bedenken reagieren".

Australien zieht einen Schlussstrich

Laut Al Jazeera erklärte der australische Premierminister Scott Morrison während einer hitzigen Wahlkampfdebatte, dass China eine "rote Linie" überschreite und dass sein Land mit seinen Verbündeten zusammenarbeiten werde, um sicherzustellen, dass Peking keinen Militärstützpunkt auf dem Archipel einrichte.

Veränderungen in Canberra

Am 21. Mai verlor Morrisons national-liberale Koalition jedoch die australischen Bundeswahlen, so dass er als Premierminister zurücktreten musste.

Treffen mit Albanese

Es bleibt abzuwarten, welche Haltung der neue Premierminister, Anthony Albanese von der australischen Labour Party, gegenüber China einnehmen wird. Zu den ersten offiziellen Aufgaben des neuen Premierministers gehört eine Reise nach Tokio zu einem Treffen mit Quad.

Die NATO Asiens

Australien ist zusammen mit Japan, den Vereinigten Staaten und Indien Teil der Quad. Der Name ist die Abkürzung für den Quadrilateralen Sicherheitsdialog, ein Verteidigungsforum, das von den chinesischen Behörden mehrfach als "Asiens NATO" bezeichnet wurde.

Im Bild: Demonstranten in Tokio gegen den "Quad-Kriegsgipfel" im Mai 2022.

Ein neuer asiatisch-pazifischer Wirtschaftsblock

Am 23. Mai kündigte die Regierung Biden die Schaffung eines neuen asiatisch-pazifischen Wirtschaftsblocks an, der aus den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten bestehen soll. Die New York Times hebt hervor, dass es sich dabei um eine Strategie handelt, die darauf abzielt, die Rolle von Washington D.C. in der Region wieder zu stärken.

Wiederherstellung der Beziehungen

Die New York Times berichtet, dass damit nicht nur ein Gegengewicht zur Dominanz Chinas in der Region geschaffen werden soll, sondern auch die Beziehungen wiederhergestellt werden sollen, die infolge des Ausstiegs von Donald Trump aus der transpazifischen Partnerschaft im Jahr 2017 abgebrochen wurden.

Die Taiwan-Frage

Biden hat auch mehrmals erklärt, dass die Vereinigten Staaten Taiwan im Falle einer Invasion vom chinesischen Festland aus unterstützen würden, was die "diplomatische Zweideutigkeit" seiner Vorgänger gegenüber Peking und Taipeh in Frage stellt.

Eine salomonische Entscheidung

Der Premierminister der Salomonen, Manasseh Sogavare, erklärte gegenüber einer Delegation der japanischen Regierung, er habe nicht die Absicht, China den Bau von Militärstützpunkten auf der Inselgruppe zu gestatten (Reuters).

China weist Ansprüche zurück

Unterdessen berichtet Bloomberg, dass ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums erklärte, China plane einen Marinestützpunkt auf der Salomoneninsel, sei eine "reine Fake News".

Durchgesickerte Dokumente

Bloomberg weist auch darauf hin, dass die Einzelheiten des Sicherheitsabkommens zwar nicht öffentlich sind, aber ein Ende März durchgesickerter Entwurf zeigt, dass es chinesischen Marineschiffen einen sicheren Hafen bieten würde.

Gürtel und Straße

Es ist kein Geheimnis, dass China versucht, seinen Einfluss über seine Grenzen hinaus geltend zu machen, z. B. durch die Gürtel- und Straßenpolitik, bei der Peking massiv in die Infrastruktur strategischer Handelswege investiert.

Die Möglichkeit einer Insel

China hat außerdem drei künstliche Inseln im Südpazifik errichtet, die laut The Guardian "vollständig militarisiert" sind.

US-Basen auf der ganzen Welt

Gleichzeitig sind die Vereinigten Staaten laut Al Jazeera mit über 200 Militärstützpunkten, vor allem in Japan, Südkorea und Australien, in der Region unverhältnismäßig stark vertreten. Dabei sind die Stützpunkte des US-Militärs auf anderen Kontinenten noch gar nicht mitgezählt.

Zwischen zwei Giganten

Bleibt zu hoffen, dass es keine kleinen Zwischenfälle gibt, die einen massiven Konflikt zwischen den beiden Supermächten auslösen könnten.

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