Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern: Deutschland ist EU-Schlusslicht!

Gleichberechtigung?
Frauen verdienen rund ein Fünftel weniger als Männer
Deutschland ist Schlusslicht der EU
Es geht auch anders
Rumänien und Slowenien
Italien
Spanien
Portugal
Niederlande
Frankreich
Großbritannien
Und wie sieht es ausserhalb Europas aus?
Gleichberechtigung geht langsam
Deutschland will auf 10 % kommen
Es gibt noch viel zu tun
Frauen arbeiten häufiger Teilzeit
Auswirkungen auf die Zukunft
Gleichberechtigung?

Dass Frauen in Führungspositionen noch immer Mangelware sind, ist unübersehbar und bekannt, aber wie hoch die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen im Allgemeinen in Deutschland sind, überrascht - im negativen Sinne.

Frauen verdienen rund ein Fünftel weniger als Männer

In Deutschland verdienen Frauen knapp ein Fünftel weniger als Männer. Gemessen am durchschnittlichen Bruttostundenverdienst der Männer lag der sogenannte Gender Pay Gap 2022 bei 18 %. Das besagt ein Bericht des Statistischen Bundesamts Destatis, der auch andere interessante Daten über Deutschland und Europa liefert...

Deutschland ist Schlusslicht der EU

Deutschland landet laut dem Bericht im EU-Vergleich auf dem drittletzten Platz. Nur Estland mit 21 % Unterschied und Österreich mit 19 % schnitten noch schlechter ab.

Es geht auch anders

Aushängeschild in Sachen Gleichberechtigung im Verdienst ist Luxemburg, wo Frauen und Männer 2021 erstmals gleich viel verdient haben.

Rumänien und Slowenien

Geringe Unterschiede im Bruttostundenverdienst haben auch die EU-Staaten Rumänien und Slowenien mit jeweils rund 4 %.

 

Italien

Italien ist ein weiteres positives Beispiel: hier liegt der Unterschied immerhin "nur" bei 5 %.

Spanien

Auch das südeuropäische Spanien schneidet mit rund 9 % deutlich besser ab als Deutschland.

Portugal

Die portugiesischen Frauen verdienen laut dem Bericht von Destatis 12 % weniger als ihre Landsmänner.

Niederlande

In den Niederlanden liegt der Unterschied im Bruttostundenverdienst bei rund 13 %. Und damit nur ganz knapp über dem EU-Durchschnitt.

Frankreich

Unser französischer Nachbar liegt hingegen mit mehr als 15 % über dem Durchschnitt der EU.

Großbritannien

Zwar nicht mehr in der EU, aber trotzdem interessant im Vergleich: Über alle Berufe hinweg betrug das mittlere geschlechtsspezifische Lohngefälle zugunsten der Männer im Vereinigten Königreich 14,9 % im Jahr 2022, eine leichte Verbesserung gegenüber 15,1 % im Jahr 2021. Das berichtet ciphr.com.

Und wie sieht es ausserhalb Europas aus?

Eher schlechter. Zwei Beispiele: Japan hatte laut Littler.com 2022 ein Gender Pay Gap von 22 % und in den USA steigt der Unterschied sogar. Laut dem Economic Policy Institut erhielten Frauen in den USA  2019 im Durchschnitt 20,3 % weniger Lohn als Männer. Bis 2022 hat  sich dieser Unterschied auf 22,2 % vergrößert.

Gleichberechtigung geht langsam

Im EU-Durchschnitt verringerte sich laut Destatis der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern von 2015 bis 2021 von 16 % auf 13 %.

Deutschland will auf 10 % kommen

In Deutschland ging er zwischen 2015 und 2021 von 22 % auf 18 % zurück. Nicht wirklich gut. Aber die Bundesregierung hat sich zumindest ein Ziel gesteckt: Bis zum Jahr 2030 will sie den Gender Pay Gap in Deutschland auf 10 % senken.

Es gibt noch viel zu tun

Der Bericht von Destatis gibt auch zu bedenken, dass Unterschiede im Bruttostundenverdienst nur ein Teil des Problems sind. Auch die Zeit, die Mann oder Frau arbeitet, spielt eine wichtige Rolle in der Verdienstungleichheit.

Frauen arbeiten häufiger Teilzeit

Frauen arbeiten fast dreimal so häufig in Teilzeit wie Männer. Während Frauen in Deutschland 2022 im Schnitt 121 Stunden pro Monat einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren es bei den Männern 148 Stunden. So die Zahlen von Destatis.

Auswirkungen auf die Zukunft

Nicht am Erwerbsleben teilzunehmen beziehungsweise teilzeit- oder geringfügig beschäftigt zu sein, wirkt sich auf lange Sicht natürlich auch auf die Rente aus. Keine guten Aussichten also für viele Frauen.

Rückblick auf das Jahr 2023: 25 Geschichten, die das Jahr geprägt haben

Weiteres